Ein Praxistipp von Verbandslehrwart Werner Gessner

Das Spiel hat sich verändert!

Da wir uns immer noch im Corona Lockdown befinden, möchte ich gerne das Thema "Lernen - gerade jetzt" ans Herz legen.

Nur was vom Gehirn schon wahrgenommen ist, kann sich für die Praxis in Erinnerung bringen. Aus diesem Grunde möchte ich ggf. in mehreren Folgen von einzelnen Veränderungen hin zum modernen Bowlingspiel aufzeigen.

Als erstes müssen wir feststellen, dass sich vor allem unser Sportgerät auf immer weiter entwickelte Ölmuster einstellen muss. Es ist wie in der Geschichte von "Hase und Igel": ein stetiger Wettlauf. Auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse von biomechanischen Anpassungen bis hin zu Spieltechnik, Taktik und Materialeinsatz mit dazu passenden Umdrehungsraten ist ein Geheimnis - nicht nur - erfolgreicher Profis.

Hat man ein seit langem bestehendes Ballsortiment, ist es gerade jetzt an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, in welche Kategorien man seine Bälle einstufen kann. Wichtig ist nach wie vor, in welchem Pflegezustand die Bälle sind und ob sie den neu geforderten Ansprüchen von Ölviskosität und neuen Ölmustern bei entsprechendem Ratio noch gerecht werden können. Bälle, die sich in einer ungewohnten Zeit oft Wochen und Monate in Keller oder Garage befinden, bedürfen sicherlich einer Überprüfung der Oberflächen, um beim erstem Einsatz keine Überraschungen zu hinterlassen.

Balltempo und Umdrehungen

Für eine exzellente Bewegung des Bowlingballs bei weniger Umdrehungen ist in der Regel etwas weniger Tempo erforderlich; Bei höheren Umdrehungen sollte das Tempo etwas schneller werden, damit er die drei Phasen der Reaktion (Skid, Hook und Roll) gut durchlaufen kann. Eine hohe Ballgeschwindigkeit ohne dazu passende Umdrehungen verringert die Qualität der Reaktion, während langsamere Ballgeschwindigkeit mit passenden Umdrehungen die Reaktion erhöht. Wenn der Ball also zu früh hookt, sollte man das Balltempo erhöhen - im umgekehrtem Fall reduzieren.

praxistipp2021-03-19_Bild1Auf Grund der heutigen Balltechnologie ist allerdings festzustellen, dass in der Regel immer mehr Balltempo nötig ist. Aggressivere Schalenmixturen und Oberflächen lassen mehr Reibung entstehen und reduzieren dadurch das Balltempo.

Auf Grund der Schwerkraft, welche Reibung herbei führt, nimmt die Geschwindigkeit des Balls ab, sobald er auf der Bahn aufgelegt wird. Bei dickerem Öl mehr, bei dünnerem Öl weniger. Um eine gute Ballreaktion zu erreichen, sollte der Ball zwischen 4 und 4,8 km/h verlieren. Dafür ist allerdings heute ein durchschnittliches Balltempo von ca. 28 km/h bis zum Pin-Kontakt erforderlich. Die Anpassung von Balltempo ist eine wertvolle und wichtige Fähigkeit im Umgang mit der Ballbewegung.

Mit jedem km/h Veränderung ändert sich auch die Reaktion des Balls in den Backends um ca. 2 Leisten. Die Fähigkeit, das Balltempo auf verschiedenen Mustern zu variieren, ist das Wesentliche, um die Bahnenkonditionen und auch sich verändernde Muster effektiver bespielen zu können. Viele Bowler*innen haben - unter anderem - auch deswegen zu wenig Balltempo, weil sie bei nachlassenden Mustern zu lange auf den gewohnten Tracks weiter spielen.

Tipp

Hookt der Ball auf der nachlassenden Tracklinie zu früh und man möchte noch länger diese Line beibehalten, setzen man einen "schwächeren" Ball ein, der etwas länger läuft.

Oder man hält den Ball etwas tiefer und setzt ihn mit mehr Power nach vorne ein. Bevor man in den Backswing geht, darf man in diesem Fall etwas unterstützen - dabei entsteht kürzere Pendelpower. Um Füße und Schritte muss man sich keine Gedanken machen, sie passen sich automatisch in guter Koordination an.

Übrigens: Ball höher halten für mehr Balltempo (alte Schule) verringert das Balltempo. Warum? Wenn man den Ball höher hält, verzögert sich der Pendelweg in Relation zu den Füßen (längerer Pendelweg) - man wird automatisch gezwungen langsamer zu laufen und verliert dabei natürliches Tempo aus dem Swing.

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